Montag, 7. März 2016

Steilküste bei Ponta do Pargo - Madeira

Da ich euch inzwischen einige Levadawanderungen vorgestellt habe, denke ich, dass ihr, falls ihr auf Madeira wandern möchtet, einen ersten Eindruck bekommen habt und nun selbst eure eigenen Wanderungen planen möchtet.
Ich zeige euch heute einige Bilder der Steilküste von Ponta do Pargo, die wir uns nach einer Wanderung  im Zentralteil  der Insel angesehen hatten.

Vom Ort Ponta do Pargo waren es nur weinige Gehminuten bis zum Leuchtturm an der Küste.




Von hier oben blickten wir mehrere Hundert Meter in die Tiefe. 




Der Leuchtturm stand direkt an der Kante der Steilküste. Über die grasbewachsene Ebene wanderten wir zu einem zweiten Aussichtspunkt.




Der Fußweg führte immer direkt an den Felsen entlang. überall wuchsen Opuntien.



Ob von den überall grasenden Kühen manchmal ein Tier in die Tiefe stürzt?




Wie überall auf Madeira fanden wir auch hier den wunderschön gelb blühenden Ziegenfuss-Sauerklee (Oxalis Pes-Caprae). Die gefüllte Variante, die ursprünglich als Zierpflanze gezüchtet wurde, hat sich inzwischen neben den Kleepflanzen mit einfachen trichterförmigen Blüten überall angesiedelt.




Immer wieder segelten Nebelbänke über die Felsen. Der Nebel fühlte sich seltsam warm an und die Luft wurde schwül. 




Sehr häufig fanden wir zwischen den Felsen die Madeira-Levkoje (Matthiola Maderensis). Die violette Levkoje ist endemisch.




Hier seht ihr, wie schmal der begehbare Kiesstreifen unterhalb der steilen Felsen war.




Am Aussichtspunkt hoch über dem Meer wuchsen wie überall in Küstennähe  Strelitzien und verzauberten mit ihren exotischen Blüten.




Als der Nebel dichter wurde, wanderten wir wieder zurück nach Ponta do Pargo.


Dienstag, 1. März 2016

Wanderung Levada do Moinho - Madeira

Diesmal lag unser Ziel, die Levada do Moinho in der Nähe von Achadas da Cruz im Nordwesten der Insel. Die entlegenen Levadas, die nicht viel begangen werden, haben  einen besonderen Reiz.



Entlang der Levada fanden sich immer wieder diese besonders hübschen Blumen. Leider fand ich sie nicht in meinem botanischen Reiseführer und kann nicht sagen, wie sie heißen oder wo sie ursprünglich beheimatet sind.




Der erste Teil der Wanderung führte durch offenes Gelände. Immer wieder blickten wir auf kleine Siedlungen und über den nahen  Wald hinweg.  Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte dafür, dass sich an den Zweigen der an der Levada wachsenden Bäume lange Bartflechten ( Usnea barbata) entwickelt hatten.




Die Wanderung war eher gemütlich und es gab nur wenige Steigungen.



Wir durchquerten einen durch einen früheren Brand angegriffenen Eukalyptuswald. Die Farnwiesen unter den Baumstämmen waren jetzt im Januar noch braun.




Dafür blühte der Eukalyptus und es duftete wunderbar frisch.



Immer wieder zeigten sich bunt blühende Pflanzen wie der rosa Knöpfchen-Knöterich (Persicaria capitata).


Die zweite Hälfte der Wanderung führte durch dichten Heidebusch und wirkte teilweise wie in einem Tunnel. Wie ein Bachlauf floß hier die Levada neben dem Weg.




Auch hier fanden wir immer wieder exotische Blüten.





Irgendwo im Wald erreichten wir die Levadaquelle und wanderten danach den gleichen Weg zurück nach Achadas da Cruz.



Samstag, 27. Februar 2016

Markthalle Funchal






Im Anschluss an unserem Monte-Besuch fuhren wir mit der Seilbahn nach Funchal hinab.



Funchal ist sehr lebendig und es gibt viel zu sehen. Eigentlich reicht ein Tag nicht aus um alles zu erkunden.





Besonders bunt geht es in der Markthalle von Funchal zu.




Auf dem Weg zur Markthalle fielen immer wieder die großen blühenden Tulpenbäume (Spathodea campanulata) auf. Schon von weitem leuchteten die tulpenförmigen Blüten des ursprünglich aus Afrika stammenden Baumes.





Tropische Früchte und Gemüse in riesiger Auswahl werden in der Markthalle angeboten. Da wir im Hotel bestens mit Obst versorgt wurden, kauften wir die oft überteuerten Früchte nicht. Die satten Farben der Früchte boten einen besonderen Genuss. 






Hier wurde auch meine Lieblingsfrucht angeboten.

Die Anona, die Frucht des Anonenbaumes (Annona cherimola Mill.) kommt ursprünglich aus den Hochebenen der Anden. Ich finde, sie gleicht ein wenig einer Artischocke.

Das Fruchtfleich ist weiß, samtig und süß. Die Anona hat einen einzigartigen, unverwechselbaren Geschmack den man nicht mit anderen subtropischen und tropischen Früchten vergleichen sollte.

Im Hotel wurden abends oft Anonas auf dem Buffet angeboten. Sie waren sooo lecker!






Von einer Ballustrade aus konnte man auf den Fischmarkt schauen.

Neben allen möglichen Fischen wird vor allem der Schwarze Degenfisch (Aphanopus carbo) angeboten.

Der Tiefseefisch, der auf Madeira Espada genannt wird, ist extrem hässlich und super lecker.

Im Hotel stand Espada häufiger auf der Speisekarte. Trotzdem mussten wir oft warten, bis die Platten mit Espada-Filet wieder nachgefüllt wurden. Jeder mochte den Fisch.



Nachdem wir uns in der Markthalle einige Zeit umgesehen hatten. wurde es Zeit für einen Kaffee.




Es gibt auf der oberen Etage eine sehr schöne Cafe-Terrasse, auf der wir uns von dem bunten Treiben erholen konnten.
Der Cappuccino war ein Genuss.





Zum Abschluss noch ein buntes Bild. Beim nächsten Mal wird dann wieder gewandert.





Mittwoch, 24. Februar 2016

Jardim Tropical Monte Palace






Botanischer Garten im Januar? Lohnt sich das? Das war die Frage, die wir uns vor unserem Besuch im Jardim Tropical Monte Palace stellten.

Uns erwartete eine tolle Vegetation, ob heimisch oder exotisch. Wer sich für Pflanzen interessiert ist hier zu jeder Jahreszeit richtig.





Unter einem dichten Baumbestand dehnen sich Anpflanzungen von Azaleen und Klivien aus.





Mir gefiel vor allem die umfangreiche Sammlung von Palmfarnen. Sie wirken wie aus einer anderen, längst vergangenen Zeit.












Eine mit Treppen durchzogene Schlucht wurde mit Buddhafiguren, Pagoden und Teichen zum Orientalischen Garten.









 Der fernöstliche Stil des Gartens ist  unübersehbar und findet sich an jeder Ecke des Gartens wieder. Immer wieder überquert man leuchtend rote Brücken in fernöstlicher Bauweise.



Einer von mehreren knorrigen 2000 Jahre alten Olivenbäumen, die in Portugal vor der Überflutung durch einen Staudamm gerettet wurden.






Ein entscheidender Punkt ist natürlich der Blick über die Stadt. 






Umgeben von üppiger tropischer Vegetation findet ihr hier auch eine der bedeutendsten Kachelsammlungen Portugals. Die Azulejos repräsentieren mehrere Jahrhunderte und stammen aus Palästen, Kirchen, Kapellen und Privatbesitzen des früheren portugiesischen Imperiums. Sie  wurden von dem heutigen Besitzer José Berardo gesammelt.






Sitz der Berardo-Stiftung, die sich u.a. um den Umweltschutz kümmert.



Besonders schön fanden wir die große  Orchideensammlung. Alle Orchideen wachsen im Freien.



Sie stehen in Töpfen und werden im Sommer beschattet um in der heißen Sonne nicht zu verbrennen.




Das leuchtende Rot stammt nicht von Blütengewächsen, sondern von roten Blattpflanzen.




Ob Farn oder Datteln, alles ist riesengroß.






Mit diesen schönen weißen Azaleen verabschiede ich mich heute.

Samstag, 20. Februar 2016

Madeira - Monte



Während unseres Aufenthalts auf Madeira hörten wir so viel über den Jardim Tropical Monte, dass für uns ein Besuch des Gartens unbedingt zum Urlaub dazu gehörte. Aber davon später.


Monte liegt etwa fünfhundert Meter oberhalb Funchals. Hinauf ging es mit dem Taxi. Wir teilten uns das Taxi zu viert und machten so eine preiswerte Fahrt mit Stadtbesichtigung und vielen Erklärungen des netten Taxifahrers daraus.


Eine besondere Attraktion Montes sind die Carros de Cesto. Hier könnt ihr euch mit dem Korbschlitten nach unten fahren lassen. Sie werden gesteuert von zwei "Carreiros" (weiß gekleidete Männer mit Hut).





Hier stehen einige Carreiros und warten auf Kundschaft, die auch bald kommen wird.



Unten in Funchal im Hafen lag ein Aida-Kreuzfahrschiff und wir erfuhren von unserem netten Taxifahrer, dass über tausend deutsche Touristen von der Aida für das Korbschlitten-Abenteuer angemeldet waren. Auf dem Bild kann man schon die erste Busladung herannahen sehen.




Von unserem Standpunkt oberhalb der Straße sahen wir uns das Spektakel an. Dicht über dem Boden sitzend wurde man durch enge, meist von Mauern begrenzte Straßen geschoben. Von der traumhaften Aussicht auf Funchal bekam man kaum etwas mit.  Die Korbschlitten, die über keinerlei Lenkung oder Bremsen verfügen, wurden von zwei in der traditionellen weißen Tracht gekleideten Schlittenlenkern gesteuert und durch Zurückhalten oder Querstellen gebremst.

Die ursprünglich vier Kilometer lange Strecke wurde auf zwei Kilometer verkürzt, den Rest kann man zu Fuß oder per Taxi zurücklegen. 


68 oder 74 steile Stufen (je nach Reiseführer) führen hinauf zu der barocken Kirche  Nossa Senhora do Monte.







Karl I, der letzte österreichische Kaiser, fand Exil auf der Insel Madeira, nachdem er während des 1. Weltkrieges abgesetzt wurde. Er und seine Familie fanden ihr neues Zuhause in Monte, aber nur sechs Monate später starb der Ex-Kaiser an einer Lungenentzündung.



Sein Grab findet ihr  in der berühmten Pilgerkirche.





Der Blick von Monte über Funchal war ein Traum.





Um noch länger die atemberaubende Aussicht zu genießen, nutzten wir die Seilbahn nach Funchal.

Gleich neben der Station befindet sich der Jardim Tropical Monte Palace, ein tropischer Garten mit orientalischen Akzenten, den ich euch später vorstellen möchte.