Samstag, 9. Juni 2018

Zeche Gahrenberg, eine geführte Wanderung - Juni 2018 -








Diesmal wanderte ich gar nicht so weit von zu Hause entfernt. Mit dem WerratalvereinZweigverein Hann. Münden e.V. unternahm ich eine geführte Wanderung auf dem Eco Pfad Bergbau Holzhausen im Reinhardswald.


In der Nähe von Holzhausen wurde etwa 400 Jahre lang Braunkohle abgebaut.



Am Gahrenberg lagerte unter einer Basaltdecke ein Kohlenvorkommen. 

Bereits 1575 hatte Johann Pfeffer  dort nach Kohle gesucht. Die planmäßige Förderung begann jedoch erst ab 1842. 




Auf bequemen Pfaden wanderten wir durch den Reinhardswald. Immer wieder stießen wir auf mächtige Eichen, die die Landschaft prägen.




Besonders beeindruckend fand ich diese gefällten Baumstämme mit Schautafel. Dort konnten wir uns über das Leben im Totholz informieren.  



Super gemacht, danke lieber Hessenforst. Solche gut durchdachten Schaustücke findet man nicht überall.




Gleich nebenan fand ich gleich den passenden Baumstamm.




Vorbei an blühenden Wiesen wanderten wir bis zum Gelände der ehemaligen Zeche.





Alles ist zurückgebaut und die Eingänge zu den Stollen zugeschüttet. Es gab nicht mehr viel zu sehen.



Aber unsere fachkundigen Begleiter hatten viel zu erzählen und vermittelten sehr anschaulich, wie sich  das Leben und Arbeiten auf der Zeche abgespielt hatte bis sie ca. 1970 geschlossen wurde.



Ab 1865 wurde die oberflächlich ausgetretene Farbkohle zu der bekannten Malerfarbe „Kasseler Braun“ verarbeitet.


Das Kasslerbraun ist ein Farbmittel  aus Braunkohle und besteht aus Humus- und Huminsäuren mit Anteilen an Bitumen und Mangan. Deshalb wird es auch als Kasseler Erde bezeichnet. 
Auf dem Bild seht ihr einen der Orte, an denen das Kasseler Braun gewonnen wurde. In der Mitte der Vertiefung befindet sich ein Kegel, der durch den Abraum entstand.




Weiter führte der Weg auf einer breiten, geschotterten Waldschneise bis zum Alaunteich.
Während des Braunkohleabbaus fand man an dieser Stelle gute Alaunerde. Aus der schwefelhaltigen Erde wurden damals Stoffe zum Beizen und für medizinische Zwecke gewonnen. 

Die erste Abbauperiode ging von 1595 bis 1603, eine weitere noch einmal von 1695 bis etwa 1720. Da der Ertrag nicht sonderlich lohnend war, wurde der Betrieb danach endgültig eingestellt.



Zurück zu unserem Parkplatz in der Nähe von Holzhausen führte eine wunderschöne Kastanienallee.

Dank der guten Beschilderung in Wort und Bild und der tollen ehrenamtlichen Führung zur Zeche Gahrenberg habe ich viel gelernt und einen schönen Vormittag im Reinhardswald genossen.



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